00:00:28: Hallo und herzlich willkommen bei Agafas Memories, meinem Podcast zum Werk und zum Leben von Agafa Christie.
00:00:35: Einhundertneunzechzigste Folge.
00:00:38: mein Name ist Manuel Kronast.
00:00:40: Zu Beginn einige grundlegende Worte.
00:00:42: ich habe ein neues Mikrofon und eine neue Schnittsoft versus.
00:00:46: könnte sein das es vielleicht etwas anders klingt als sonst aber ich hoffe doch dass ich gut zu verstehen bin.
00:00:53: ansonsten wird sich das sicher in den nächsten Folgen irgendwie einrenken.
00:00:57: Es ist eine Folge nach einer langen Sommerpause.
00:01:01: Ich habe also ein bisschen gebraucht dafür, aber gut jetzt soll es losgehen!
00:01:06: Wir sind in dieser Folge im Leben von Algarve Christie immer noch im Dezember neunzeßundsechsunddreißig und wir beginnen mit einem Feuerwerk.
00:01:14: Das Feuerwerk hat nichts mehr der Qualität des Podcasts oder mit dem Dezsember neunzel sechsen dreißig zu tun sondern mit dem Auftakt der Geschichte.
00:01:22: um dies heute geht Murder In The Muse.
00:01:25: Das beginnt nämlich in der GIFORX-Nacht, also in der Nacht vom fünften auf den sechsten November.
00:01:33: Vielleicht, neunzehnfünfunddreißig?
00:01:34: Vielleicht war noch immer!
00:01:36: Aber GIForx-Nachts geht zurück auf einen Abend im Jahr sixteenhundertfünf als GIFox und die anderen Mitglieder des Gunpowderplott das englische Parlament in die Luft sprengen wollten.
00:01:49: Das war ein katholischer Anschlag auf ein protestantisches Parlament.
00:01:55: Die Verschwörer wurden erwischt, verhaftet – natürlich hingerichtet.
00:01:59: Und in Erinnerung daran verfügte damals das Parlament, dass in der Folge jährlich an dieses Ereignis zu gedenken sei und das Taten die Londoner ganz Pflicht schuldig tun es bis heute.
00:02:12: daraus wurde dann eine Art Silvester mit viel Feuerwerk und dem Verbrennen von Ski-Fox-Puppen.
00:02:18: Büro unterhält sich am Anfang der Geschichte mit.
00:02:21: Inspector Chabb fragt sich, ob die Feierenden eigentlich die Rettung des Parlaments feiern oder nicht im Grunde Schiffforgs hochleben lassen.
00:02:34: Dass er einen Anschlag auf das Parlament verüben wollte – die Frage wird offen gelassen!
00:02:40: Im Sitzendjahrhundert war das eine Nacht der Hetze gegen Katholiken.
00:02:44: Im neunzehnten Jahrhundert dann eine Nacht, in der soziale Proteste im Gewalt ausadeten – heute oder auch schon, neunzigfünfunddreißig oder sechsen dreißig war es ein ganz friedliches wenn auch ziemlich spektakuläres Event.
00:03:01: Aber so bemerkt es CHAP!
00:03:02: Es ist auch eine Nacht in der ein tödlicher Schuss nicht auffällt weil überall geknallt wird.
00:03:08: Und so ist es dann auch in der Geschichte.
00:03:11: Am nächsten Morgen werden Poro und Chep zu einem scheinbaren Selbstmord hin genau die kleine Gasse gerufen, durch die sie in der Nacht zuvor eine Abkürzung genommen haben.
00:03:21: Aber zunächst noch einmal einen kleinen Schritt zurück heraus aus der Geschichte... Insbesondere in den ersten Jahren ihrer Karriere hatte sie eine Menge Kurzgeschichten veröffentlicht und die brachte sie dann teilweise in Sammelbänden später noch einmal heraus.
00:03:44: Das war damals ein kluges Unterfangen, denn Kurzgeschichte sind schnell geschrieben, sie brachten schnelles Geld – und sie vergrößerten vor allem ihren Bekanntheitsgrad ziemlich schnell!
00:03:56: Sie ließen sich dann in Sammelbenden lukrativ zweit verwerten.
00:04:01: Und nicht zuletzt erlaubten sie Experimente, und zwar im schnellen Takt.
00:04:05: Wenn etwas nicht funktionierte?
00:04:07: Egal – es hatte ja nicht viel Zeit gekostet, man konnte was anderes ausprobieren!
00:04:12: Aber das damals fast nichts bei Agatha Christie nicht funktionierte….
00:04:17: Das war natürlich noch viel besser.
00:04:19: In den neunzehrt dreißigern wurden die Kurzgeschichten bei Agfa Christie dann sehr rarer.
00:04:24: Es ist ein Jahrzehnt der Romane, so bleibt es bis zu ihrem Tod.
00:04:29: Denn letztlich brachten Romane mehr Geld und mehr Ansehen.
00:04:34: Sie fanden größere Beachtung bei den Kritikern, sie wurden viel länger nachgedruckt – und das ist ja auch nicht zu vernachlässigen –.
00:04:42: inhaltlich bieten Romane vielmehr Raum für Charakterisierungen, für komplizierte Plots und für die Themen, die Agatha Christie wichtig waren.
00:04:52: The Murder of Roger Ackroydor oder Murder on the Orient Express wären als Kurzgeschichten in irgendwelchen Zeitschriften kaum denkbar.
00:05:01: Und wenn, dann hätten sie viel geringere Wirkung erzielt und wären viel schneller in Vergessenheit geraten – denn Zeitsschriften, wie lange bewahrt man die auf?
00:05:12: Doch dann plötzlich, neunzehntsechsunddreißig und neunzentseemunddreißig veröffentlicht Ärger für Christi in relativ kurzer Zeit drei Geschichten in Zeitschaften.
00:05:22: Geschichten aber, die deutlich länger als Kurz-Geschichten sind wenn auch deutlich kürzer als Romane.
00:05:28: Letztlich sind das etwa sechzig bis hundert Buchseiten, im Englischen werden solche Geschichten als Novella bezeichnet.
00:05:36: Das sollte man nicht mit der Gattung der Novelle verwechseln wie sie in der deutschen Literatur bekannt ist – besonders aus dem neunzehn Jahrhundert aber auch aus anderen Ländern.
00:05:47: Eine Novelle ist eine literarische Form mit besonderen literarischen Mitteln.
00:05:52: Eine Novella definiert sich überspitzt gesagt, lediglich durch eine bestimmte Anzahl von Worten.
00:05:58: Im ganz formalen Sinn ist sie ein Mittelding zwischen einer Kurzgeschichte und einem Roman, was aber dann natürlich inhaltlich besondere literarische Möglichkeiten gibt.
00:06:10: Für Agatha Christie waren die Novellas neunzigzechsendreißig und neunzeziemunddreißig.
00:06:15: einen Novum – das hatte sie früher noch nicht versucht!
00:06:20: Schon im Frühjahr neunzehnt siebenunddreißig werden die drei Novellas dann gemeinsam mit der Kurzgeschichte Triangle at Roads, Im Sammelband Murder in the Muse veröffentlicht benannt nach der Novella um die es heute geht.
00:06:34: Es kann also gut sein dass Agatha Christie von Anfang an eine solche Sammlung geplant hat Denn die drei novellas und die kurz Geschichte, die ich ja schon besprochen habe vor einigen folgen haben drei Dinge gemeinsam.
00:06:47: Zunächst sind durch die Bank hervorragend.
00:06:50: Es sind – so wird später der Untertitel des Sammelbandes sein – Poro Stories.
00:06:55: Und alle vier haben Anklänge bei anderen Werken, zum Teil werden Plot-Elemente recycelt und zum Teil sind es verlängerte Versionen von früher veröffentlichten Kurzgeschichten.
00:07:10: Ist spannend!
00:07:11: Aber für Christy scheint sich nochmal eingelesen zu haben in ihre frühere Werke und sich überlegt haben wie würde ich das heute schreiben?
00:07:19: Wie auch immer, an der Qualität ändert das gar nichts.
00:07:22: Sie sind alle vier ganz wunderbar!
00:07:25: Die erste dieser Novellas erscheint im Dezember.
00:07:27: neunzehzechsen dreißig in der Zeitschrift Women's Journal – eben Murder In The Muse.
00:07:33: Eigentlich eine ganz klassische Poro-Erzählung mit Inspector Chap in London.
00:07:37: ein klassisches Problem und eine nicht ganz so klassische Lösung.
00:07:42: Wohl wer die ganz alten Kurzgeschichten mit Poroe kennt dem wird ein Element bekannt vorkommen.
00:07:48: Aber mehr sage ich an dieser Stelle nicht, das wäre ein Spoiler.
00:07:52: Die Novella heißt Murder in the Muse.
00:07:56: Muse ist kaum übersetzbar – warum?
00:07:58: Dazu komme ich gleich!
00:08:03: Poro riecht den Braten.
00:08:05: Auch ein netter Titel, der aber eigentlich auf jede Poro-Geschichte passt – denn irgendwann wird von Poro der Braten immer gerochen!
00:08:13: Die aktuelle Übersetzung heißt dagegen Mord in den Barzly Gardens Muse.
00:08:19: Sie nimmt damit den kompletten Straßennamen auf und übersetzt nicht einfach Mord ins Muse.
00:08:27: Wieso ist die Übersetzung von Muse ein Problem?
00:08:30: Muse ist auch heute noch Bestandteil vieler englischer Straßennamen sowie Lane oder Road, aber sie bezeichnet keine Straßenart sondern eigentlich eine Häuserart.
00:08:41: Wenn wir der englischen Wikipedia folgen dann steht ganz am Anfang das französische Muere Mausern.
00:08:49: Die Muse waren dann die Behausungen, in denen die Falken untergebracht waren während sie mauserten.
00:08:56: So gab es die Royal Muse, in den die königlichen Falkens während der Mauser untergebrach waren um wieder für die Jagd zur Verfügung zu stehen und das galt da natürlich analog auch für den Rest des Landadels.
00:09:11: Dann aber im neunzehnten Jahrhundert wanderte der Name.
00:09:20: Damals entstanden viele Prunkstraßen in London mit Stadthäusern der britischen Oberschicht, Räumlichkeiten für die Familie und die Dienerschaft.
00:09:28: Dahinter wurden abgetrennt durch einen Garten ein Hinterhof oder was auch immer In einer zweiten Zeile an einer Parallelstrasse Stelle errichtet für die Pferde und Kutschen.
00:09:39: Und es waren schon mehr als stelle.
00:09:41: das war eine richtige Häuser.
00:09:42: im Erdgeschoss wohnten Pferden und kutschen.
00:09:45: Im ersten Stock wohnten dann die Kutscher mit ihren Familien.
00:09:49: Diese Straßen nannte man Muse, obwohl eigentlich die Häuser gemeint waren.
00:09:54: Es waren eben nicht mehr Behausungen verfalten während der Mauser sondern Behausung für Pferde kutschen und die dazu gehörigen Angestellten.
00:10:06: Diese Konstellation hatte übrigens den Vorteil dass die empfindlichen Nasen der Oberschicht da so wenig wie möglich von dem Geruch mit bekamen, damit Pferden ebenso verbunden sind.
00:10:17: Dann kamen die Automobile und mit der Wende vom neuen Zehn zum zwanzigsten Jahrhundert verloren Kutschen rapide an Bedeutung.
00:10:24: Manche Stelle in den Muse wurden zu Garagen für Luxuslimousinen, und die Schufföre wohnten mit ihren Familien.
00:10:29: darüber wie gehabt.
00:10:31: Andere Häuser in den Muse wurden umgebaut zu schicken kompakten Wohnungen für junge Menschen, denen nicht ganz so viel Geld hatten aber trotzdem in London wohnen wollten – häufig waren das KünstlerInnen!
00:10:44: In Murder in the News bewohnen Mrs.
00:10:46: Ellen und Miss Blenderleaf ein solches Haus, beide sind junge Frauen gerne in Gesellschaft, Mrs.
00:10:53: Allen eher in der mittleren Oberschicht mit ihrem wichtigen Verlobten am Miss Bländerleaf eher in Künstlerkreisen.
00:11:03: Aber nebenan leben Schufföre mit ihren Familien die in der Ski-Fox Nacht dann Feuerwerk für ihre Kinder in die Luft jagen.
00:11:11: Ich finde, das verleiht der Geschichte ein interessantes Lokalkolorit.
00:11:16: In Deutschland gibt es keine Muse – zumindest so viel ich weiß!
00:11:19: Wenn man vom englischen Wikipedia-Artikel für Muse ins deutsche Wikipedia springt dann kommt man zum Artikel von Marschdal.
00:11:29: Das ist aber eigentlich was ganz anderes, Marschdals sind zwar auch Gebäude in denen Pferde untergebracht sind, aber sie sind architektonisch und auch städtebaulich ganz anders – eigene Gebäuden oft sehr prunkvoll und keine abgelegenen Nebenstraßen.
00:11:44: Die Geschichte hat aber noch einen anderen reizvollen Anker in der Realität.
00:11:50: Im Jahr ihrer Scheide, kurz bevor sie zum ersten Mal in den Nahen Osten aufbricht, kauft Agatha Christie ein Haus – XXII Creswell Place.
00:12:00: Diese Straße hatte kurz zuvor noch Drayton Muse geheißen, eine Parallelstraße zu den prunkvollen Draytengaden.
00:12:11: XXII-Creswell-Place war also ein Musehaus und eines der wenigen Häuser das Agatha Christie nicht nur selbst bewohnte sondern auch bis zu ihrem Tod behielt.
00:12:21: Sie kaufte gerne Häuser in den Dreißigern bis zur Acht in London und anderswo.
00:12:27: Viele davon baute sie um mit einer Menge an Liebe und Fantasie.
00:12:30: Einige bewohnte sie zumindest zeitweise andere, vermietete sie oder verkaufte sie wieder.
00:12:37: Heute gehört Twenty-Two Crestful Plays nicht mehr der Familie – es ist auch kein Museum also man kann nicht reingehen!
00:12:44: Aber an der Außenwand prankt eine blaue Plakette, die ein Ärger für Christie erinnert.
00:12:49: Und die Straße ist in etwa noch so wie sie damals in den Dreißigern gewesen sein muss – abgelegen ruhig mit Kopfsteinpflaster!
00:12:57: Wir sind in diesem Sommer in London gewesen und ich konnte Fotos machen.
00:13:01: Siehe Kapitelbilder, ich hoffe man kann das sehen.
00:13:05: Besonders spannend fand ich dass das Haus Eben demgleich oder gleich, wie es in Murder in the Meals beschrieben wird.
00:13:14: Es scheint also tatsächlich ein reales Vorbild für diesen Tatort in der Novella gewesen zu sein.
00:13:23: Im ersten Stock sieht man von außen zwei Zimmer das eine kleiner und das andere durch einen Erker vergrößert wie in Murder In The Muse.
00:13:32: Natürlich muss es Unterschiede im Inneren gegeben haben, Twenty Two Crestful Plays war keine WG zwei junge Frauen sondern wurde anfangs von drei Personen bewohnt, Ärger für Christi ihrer Tochter Rosalind wenn die nicht im Internat war und von der Sekretärin und Freundin Carlo Fischer.
00:13:50: später kam dann noch Max dazu.
00:13:53: Twenty-two Creswell Place war auch für Ergerfer und Max ein besonderer Ort.
00:13:58: Nachdem sie in Neunze threißig sich kennengelernt hatten, dann gemeinsam von der Ausgrabungsstätte Uhr aus dem mittleren Osten zurückgekehrt waren.
00:14:08: danach lädt Ergerver in London Max zum Frühstück ein.
00:14:12: also alles ganz korrekt.
00:14:14: Weil die beiden inzwischen einiges füreinander empfinden, aber an diesem Morgen offenbar furchtbar schüchtern sind muss das sein seltsames unbehagliches Frühstück gewesen sein.
00:14:24: Aber auch eines, dass letztlich dazu führt, dass Max wenig später in Agafas Elternhaus Ashfield in Devon vorbeischaut und dass er dort um ihre Hand anhält.
00:14:36: Noch in diesem Jahr heiratet Ergerfer zum zweiten Mal, was sie nicht für möglich gehalten hatte.
00:14:41: Twenty-two Creswell Place ist außerdem das erste Haus, in dem Ergerverkristian ein eigenes Arbeitszimmer besitze – also viele Jahre nachdem sie ihre Karriere begonnen hat.
00:14:52: Dieses Arbeitszimmert wurde im zweiten Stock ausgebaut.
00:14:55: man kann das erkennen.
00:14:56: Das ist so'n quadratischer Ärger mit mehreren Fenster.
00:15:00: Zuvor hat sie eben dort geschrieben, wo gerade ein Tisch frei gewesen ist.
00:15:05: In der Küche – im Esszimmer, Wohnzimmer oder auch immer!
00:15:08: In ihrer Autobiografie schildert sie etwas ausführlicher wie sehr sie dieses Haus bezaubert hat.
00:15:14: Sie hatte es in einer Art Cottage umbauen lassen unten mit einem großen Raum und einer Tapete, die an einen Cottage-Garten erinnert und Pferdeutensilien an der Wand.
00:15:25: oben dann ein Wohnzimmer mit Schlafsofa, einen Arbeitszimmer eine winzige Küche und ein Bett.
00:15:30: Und ganz oben dann eben das Arbeitszimmert.
00:15:33: Also ein Ort an dem sie ja gleichzeitig mitten impulsierenden London ist und in der Nähe der Künstler-Community und es sieht gleichzeitig an das Land erinnert wie ein abgeschiedenes Cottage irgendwo in der Idylle.
00:15:52: Er, Chelsea ist damals ein Stadtteil der noch von seiner Vergangenheit als Künstlerviertel zehrt.
00:15:57: Oscar Wald, Dante, Gabriel Rossetti und andere hatten dort im Jahrhundert gewohnt – also ganz passend für eine aufstrebende Schriftstellerin!
00:16:08: Und ich finde es eine reizvolle Vorstellung, dass Agatha Christie dann an ihrem Schreibtisch sitzt und schreibt.
00:16:16: Pro und Chapter gehen ja ganz zu Beginn der Geschichte durch eine Muse und so stelle ich mir vor das sie draußen vorbei schlendern während sie oben von Agatha Christy beschrieben werden.
00:16:29: Das ist natürlich nur eine Vorstellung für mich.
00:16:30: Ich habe tatsächlich keine Ahnung wo diese Geschichte geschrieben worden ist.
00:16:35: Vielleicht ist sie auch im mittleren Osten geschrieben worden, weit ab von irgendwelchen News.
00:16:41: Bei der Gelegenheit – als ich in diesem Sommer in London war da – folgte ich an einem Nachmittag einen sehr interessanten Buch.
00:16:48: Tina Hodgkinsons Agatha Christie's London Ganz neu, Jahr neun zu sechsundzwanzig erschienen, Hodgkinson nähert sich der Hauptstadt auf unterschiedlichen Wegen.
00:16:59: Zunächst schildert sie welche realen Orte in London für die Autorin eine Rolle gespielt haben, so auch «Twenty-Two Creswell Place» oder eben die anderen Orte an denen sie gewohnt hat.
00:17:12: An denen sie eingekauft hat, an denen Sie Freunde getroffen hat oder wo der Detection Club angesiedelt war.
00:17:19: Dann geht sie Werk verwerkte Autorinnen durch und identifiziert darin auch Straßen, Geschäfte, Hotels – in London, die genannt werden?
00:17:29: Sofern sie sich identifizieren lassen.
00:17:31: Zum Beispiel das Hotel Ritz, was ja bei Agatha Christie in den meisten Fällen wenig verkleidet als Hotel Blitz erscheint.
00:17:41: und ganz zum Schluss des Buches gibt es dann noch eine zwei bis drei stündige Tour durch Agatha Christy's West End.
00:17:47: Das ist nicht Chelsea aber es ist der Bereich rund um den Piccadilly Circus mit dem Theater in dem heute noch dem Maustrap gespielt wird mit dem Agatha Christie Memorial und der skurrieren Uhr auf dem Platz des Seven Dials, mit ehren sieben Zifferblättern.
00:18:06: Seven Diles gibt ja auch einen Roman von Agatha Christi seinen Namen.
00:18:12: Ein unbedingt lesenswertes Buch, auch wenn mein Exemplar ein wenig zu schnell aus dem Leim gegangen ist – vielleicht lag's aber auch daran wie ich es behandelt habe!
00:18:33: Nun aber endlich zur Geschichte nach einer endlosen Einleitung, die zugegebenermaßen deutlich länger ist als das was jetzt noch kommt.
00:18:41: Denn das Feuerwerk am Anfang, Ski-Forks Night – das ist alles nur spektakuläre Einleitungen!
00:18:47: Die Geschichte geht deutlich ruhiger und ich sage es ja schon klassischer Christie Like weiter.
00:18:53: Deshalb gibt's gar nicht so viel zu sagen sondern man sollt es einfach lesen.
00:18:58: In Spectre Chap und Equil Porro werden am Morgen Nacht der Shifox-Nacht genau in die Straße gerufen, durch diese in der Nacht zuvor eine Abkürzung genommen haben.
00:19:07: Eine siebenundzwanzigjährige Frau, Mrs.
00:19:09: Barbara Allen hat sich offenbar umgebracht – Mrs Allen, eine Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes und ihres Kindes von Indien nach London zurückgekehrt ist und sich dort mit Shane Plenderleaf angefreundet.
00:19:24: Jane hat gerade eine zweite Mieterin für ein Haus gesucht und so bildet es sich in Fortin Bardsley Gardens Mears, eine kleine WG.
00:19:33: Die offen war perfekt funktionierte bis zu dem fatalen Schuss.
00:19:39: Aber natürlich kommen der Polizei relativ schnell Zweifel an der Selbstmordtheorie.
00:19:43: Es gibt keinen Abschiedsbrief die Pistole liegt irgendwie nicht richtig in der Hand Und die Schusswunde passt mit all dem nicht richtig zusammen.
00:19:52: Außerdem ist das Zimmer verschlossen und der Schlüssel im Zimmer nirgends zu finden, und so beginnt eine intensive Suche nach der Mörderin oder dem Mördern.
00:20:02: Die Anzahl der Verdächtigen ist nicht groß – die Freundinnen- und Mitbewohnerin Miss Blenderleaf, die Rätselige aber nicht besonders zuverlässige Zugehfrau Mrs.
00:20:11: Pierce, der Snob, der Verlobte Charles Leverton West Member of the Parliament….
00:20:19: und ein alter Bekannter aus der indischen Zeit Major Justus.
00:20:23: Die üblichen Verdächtigen könnte man sagen, aber ganz so einfach und schlicht ist es dann doch nicht.
00:20:29: Denn hinter dem Verbrechen liegt eine kleine traurige, absolut glaubwürdige Geschichte – und Porro in absoluter Höchstform spielt sich mit Cep die Bälle zu ohne den jedes Mal zum Blödmann zu degradieren!
00:20:42: Cep allerdings hat zwischendurch schon das Gefühl, dass Poro langsam senile wird.
00:20:50: Zu groß sind dessen Gedankensprünge und zu scheinbar abwegig die Fragen, die er stellt.
00:20:56: Allerdings ist Poro völlig auf der Höhe seiner kleinen grauen Zellen und löst den Fall brillant – aber was dazu kommt, ist auch wie meistens eigentlich ein großes
00:21:09: Einfüllungsvermögen.".
00:21:12: Vielmehr ist eigentlich nicht dran an dieser Geschichte und doch ist sie etwas Besonderes.
00:21:16: Natürlich das Verbrechen und seine Auflösungen, die Schilderung der Charaktere wie immer mit wenigen Strichen aber die sitzen.
00:21:24: Eine interessante Schilderin oder auch Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Frauenrolle.
00:21:29: und dann dieses Haus – die Beschreibung dieses Hauses!
00:21:33: Das ist für mich was
00:21:34: Besondereres.".
00:21:36: Agatha Christie hält sich ja oft nicht lange mit Beschreibungen aus.
00:21:39: Es ist ihre Geschichten sind viel mehr Dialog getrieben, aber hier wird dieses Haus und vor allem das Zimmer von Mrs.
00:21:47: Ellen doch sehr detailliert und auch sehr anschaulich geschildert sodass ich schon so das Gefühl habe da steckt viel drin von Agatha Christy's eigenem innenarchitektonischen Blick und das macht es sehr reizvoll.
00:22:04: womöglich hat mir gerade deswegen die Verfilmung nicht ganz so gut gefallen.
00:22:08: Es ist eine ganz frühe Folge aus Agatha Christie's Poro, die zweite der ersten Staffel also die zweite überhaupt.
00:22:15: Ausgestrahlt im Januar neunzeintneuen achtzig.
00:22:19: Hastings und Miss Lemons sind hineingeschrieben worden.
00:22:22: das hätte nicht sein müssen stört aber eigentlich auch nicht.
00:22:26: David Seché brilliert als Poro wie immer Die anderen Schauspieler sind ja eigentlich auch ganz gut.
00:22:32: Aber dieses Haus Es ist mir zu düster dargestellt.
00:22:35: Ich habe es mir einfach anders vorgestellt beim Lesen, vielleicht auch weil ich Agatha Christie's eigenes Haus im XXII Creswell Place vor Augen hatte und das habe ich eben an einem sehr warmen Sommertag bei strahlendem Sonnenschein gesehen.
00:22:52: Aber irgendwie passt auch die Schilderung der Räume nicht mit dem Film zusammen.
00:22:58: Zum Beispiel diese Art Künstleratee je, was der Film da für Miss Blenderleaf aufgebaut hat.
00:23:04: Das hat mir nicht wirklich gefallen.
00:23:06: aber das ist vielleicht nur mein Problem und vielleicht ist es anderen ganz egal.
00:23:11: ja anschaunswert ist die Folge auf jeden Fall.
00:23:15: Und das Fazit!
00:23:17: Mir hat diese Geschichte aus mehreren Gründen wunderbar gefallen.
00:23:21: Sie ist gut geschrieben Typisch dreißiger Jahre, sie enthält eine Menge von Agatha Christie's typischen Humor.
00:23:28: Die Auflösung ist überraschend und glaubwürdig und die Geschichte, die dahinter liegt, ist nicht trivial.
00:23:34: Und dann sind da noch der Bezug auf Agatha Christy eigenes Haus und das Interessante Setting in den News zusammenfassend unbedingt
00:23:43: empfehlenswert.".
00:23:45: In der nächsten Folge machen wir uns endlich auf ins Jahr neunzehntsunddreißig.
00:23:49: Mit einer winzigen hochinteressanten Ausnahme ist es wieder ein Jahr, das ausschließlich Erkühl Poro gehört!
00:23:56: Für heute und für das ganze Jahr neunsunddsechsunddreißig.
00:23:59: vielen Dank fürs herunterladen, abonnieren und natürlich fürs zuhören – bis zum nächsten Mal alles Gute.