00:00:21: Hallo und herzlich willkommen bei der onehundertsechzigsten Folge meines Podcasts Agafas Memories.
00:00:28: Das ist mein Podcast zum Werk und zum Leben von Agafa Christie.
00:00:31: Mein Name ist Manuel Kronast, und ich lese mich in Agafaz Memories mehr oder weniger chronologisch durch das Werk von Agafa Christie – Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke usw.
00:00:42: Aktuell bin ich tatsächlich schon im Jahr neunzelechsunddreißig.
00:00:49: und in diesem Jahr neunzehntsechsunddreißig dreht sich alles, wirklich alles was sie veröffentlicht um ihren belgischen Meisterdetektiv Erkühl-Poro.
00:00:59: In diesem Jahr veröffentlicht sie im United Kingdom drei wirklich sehr unterschiedliche Romane wenn auch alle mit Erkulparo.
00:01:07: Ganz zu Beginn die ABC.
00:01:09: Murders, der auf den ersten Blick stärkste und sicher der bekannteste der drei Romane in diesem Roman wagt sich zum ersten Mal auf Serien-Killer-Terra.
00:01:19: Das aber gleich mit einem frischen Blick auf das Schrore und indem sie es gleich mal auf den Kopf stellt.
00:01:26: Dann im Sommer Murder in Mesopotamia, ein Roman an einem exotischen Schauplatz.
00:01:33: Der aber ihre zweite Heimat ist in diesen Jahren eine Ausgrabungsstätte im Iran und einen Roman der viel tiefer geht als es beim ersten Lesen scheint.
00:01:43: Das habe ich Ihnen den letzten beiden Folgen ein wenig versucht deutlich zu machen.
00:01:50: Und nun gegen Jahresende im November Cards on the Table.
00:01:54: Wie inzwischen üblich erscheint der Roman zuvor gekürzt, in Fortsetzung.
00:01:59: Und zwar im Frühjahr neunzehntsechsunddreißig in den USA – In the Saturday Evening Post!
00:02:03: – verzehntausend Dollar zahlt die Zeitung dafür aber das lohnt sich ganz offensichtlich.
00:02:10: Am zweiten November neunzensechsunddreißig dann aber richtig… Im Collins Crime Club.
00:02:15: Neunzehnzebund dreißig dann auch in den
00:02:18: U.S.A.,
00:02:18: als Buch neunzed.
00:02:20: achten Dreißig schon in deutscher Übersetzung Karten auf den Tisch.
00:02:26: Das ist zwar eine sehr gute Wiedergabe des englischen Titels, aber spätere Übersetzungen und auch die aktuelle von Michael Muntank laufen unter dem leicht veränderten Titel mit offenen Karten.
00:02:38: Im Vergleich zu den sehr weiten Settings in the ABC.
00:02:41: Murders & Murderer in Mesopotamia nimmt uns Agatha Christie in Cards on the Table In ein sehr kunstvolles, man könnte auch sagen künstliches Setting mit Ein Raum Vier Verdächtige, ein Mordopfer, vier Detektive.
00:02:59: Viele Bezüge zu anderen Romanen tauchen auf.
00:03:01: alle vier Mitermittelnde von Poirot haben gleich in mehreren anderen Romanenden der Autorin ihrer Auftritte und trotz der Künstlichkeit lauern ernste Themen unter der eleganten Konstruktion.
00:03:13: dazu komme ich noch Der Plot übrigens, vier Personen spielen Bridge.
00:03:17: Eine fünfte Sitz daneben in einem Sessel und wird ermordet.
00:03:21: Dieser Plot wird übrigens in die ABC-Modus im dritten Kapitel schon vorweggenommen.
00:03:26: In diesem Kapitel unterhalten sich Porro und Hastings über interessante Morde oder was sie für interessant an Morden halten.
00:03:35: Und da kommt eben dieser Idee von Erkühl Porro.
00:03:40: so etwas wäre doch für ihn ein interessanter Mord.
00:03:44: Allerdings im Vorwort zu Cards on the Table verrät Agatha Christie das Poro in der Tat diesen Mord sehr spannend fand, Hastings allerdings sterbenslangweilig.
00:03:59: Weil es so etwas Besonderes ist, zitiere ich zu Beginn aus diesem Vorwort.
00:04:03: Agatha Christy vergleicht darin einen Kriminalroman mit einem Pferderrennen.
00:04:08: Die Verdächtigen sind die Rennpferde und irgendwer macht das Rennen?
00:04:13: isst also Die Mörderin oder der Mörde.
00:04:17: Und so gilt für dieses Buch in ihren Worten, Jeder von ihnen hat einen ermöglichten Mörderung und ist möglich, um mehr Mörders zu ermöglichen.
00:04:45: Sie sind vier sehr divergenten Typen.
00:04:50: Der Motiv, der each one of them drives to crime is peculiar and each one would employ a different method.
00:04:59: The deduction must therefore be entirely psychological but it's nonetheless interesting for that because when all is said und done Nur vier Pferde gehen an den Staat und jedes Einzelne, wenn die Umstände die richtigen sind, könnte die Tat begangen haben.
00:05:23: Das macht den Überraschungseffekt gewaltsam zu Nichte.
00:05:27: Dennoch sollte, denke ich, den Vier Personen das gleiche Interesse gewidmet werden – jede von ihnen hat ein Mord begangen und ist fähig dazu, weitere Morde zu begehen.
00:05:38: Sie sind sehr unterschiedliche Typen – das Motiv, dass jede von ihnen zum Verbrechen treibt, ist für diese Person charakteristisch und jede würde eine andere Methode anwenden.
00:05:51: Die Schlussfolgerung muss daher rein psychologischer Natur sein.
00:05:55: Das macht es aber nicht weniger interessant denn letztlich ist es die Psyche des Mörders der von überragendem Interesse ist.
00:06:05: Das ist interessant, denn damit schränkt die Autorin sich selbst ein – vier Verdächtige!
00:06:12: Nicht mehr nicht weniger.
00:06:14: Niemand kommt von außen auf geheime Weise zum Tatort, niemand ist in Verkleidung vor Ort, die Angestellten spielen keine Rolle und auch die vier Ermittlenden spielen kein falsches Spiel.
00:06:26: Es ist fast so, als besinne sich Agatha Christie in ihrem dritten Buch des Jahres neunzehnt sechsten dreißig auf die Wurzeln des klassischen Hudanids.
00:06:35: Künstliches Setting, Fair Play und reine Denkarbeit – es werden zwar Fingerabdrücke genommen aber sie spielen keine Rolle!
00:06:44: Der Roman kam damals wenn man den Kritiken folgt der auf Wikipedia zu lesen sind sehr gut an und ich finde völlig zurecht.
00:06:52: Besonders gelobt wurde damals der sorgfältig gestaltete Plot, das überraschende Ende aber auch die Figur von Mrs.
00:06:59: Oliver.
00:07:00: Ich selbst gebe zu dass ich den Roman ein wenig unterschätzt habe weil er seine Stärken eben in der brillanten Konstruktion hat keine bahnbrechenden Neuerungen im Plott kein exotisches Setting in Mesopotamien und anderswo keiner außergewöhnlichen Charaktere.
00:07:19: Das stimmt nicht ganz, es gibt schon so ein paar starke Charaktere.
00:07:23: Trotzdem ist dieses Buch nicht nur eher bisher Erfolgreichs, sondern offenbar in deutlichem Abstand.
00:07:31: Es spricht sicher für die Qualität des Romans aber auch dafür oder zeigt dass Agatha Christie mehr zu einem Household-Name wird.
00:07:40: Man kauft eben ihre Bücher ungesehen – schon gleich beim Erscheinen!
00:07:44: Offenbar hat sie da selbst nicht so auf dem Schirm gehabt, denn sie gibt in diesem Roman einen massiven Spoiler für Murder on the Orient Express das gerade mal zwei Jahre zuvor erschienen war.
00:07:56: Insofern wer Murder On The Orient Express noch nicht gelesen hat und sich die Spannung erhalten möchte der sollte Cards and a Table nicht lesen oder zumindest Kapitel.
00:08:10: Das ist eigentlich kein Problem, denn in Kapitel vierundzwanzig wird das Wesentliche des davorliegenden Kapitels zusammengefasst ohne den Spoiler.
00:08:19: Es gibt übrigens eine Hörspielfassung der BBC die aber nichts Neues hinzufügt und schwächer ist als das Buch wie ich finde.
00:08:27: Trotzdem ist sie gut zu hören weil John Moffat eben ein toller Porro ist.
00:08:31: zur Vermeidung von dem ich gerade gesprochen habe könnten bei neun Minuten fünfzig Sekunden des zweiten Tracks, fünfzehn Sekunden übersprungen werden.
00:08:41: Und natürlich gibt es auch eine Verfilmung von David Ciché die ich allerdings nichts gesehen habe.
00:08:48: deshalb kann ich dazu gar nicht sagen.
00:08:50: laut Wikipedia hat sie deutliche Abweichungen zum Buch.
00:08:55: so wurden zb Colonel Rayson's Superintendent Battle herausgeschrieben.
00:08:59: Aber zunächst mal wirklich ein Alleinstellungsmerkmal dieses Buches, denn es heißt Cards on the Table.
00:09:07: Das hat eine übertragende Bedeutung aber auch eine ganz wörtliche.
00:09:13: Denn diese Karten spielen eine besondere Rolle.
00:09:16: Edgar Fakrissi erzählt nicht nur von einem Mord der bei dem Kartenspiel stattfindet sondern sie erfindet dazu eine absolut realistische Bridge Party die in sich voller Indizien steckt.
00:09:28: Das war damals natürlich völlig anknüpfungsfähig, denn alle wussten wie Bridge gespielt wird – egal ob im United Kingdom oder in den Vereinigten Staaten.
00:09:37: Und Ecker Verkristi war eine begeisterte Bridge-Spielerin, wie in diesem Roman wurde auch bei ihr nach dem Dinner häufig eine Partie oder auch mehrere gespielt.
00:09:48: Wir aber leben fast hundert Jahre später und zumindest ich in Deutschland.
00:09:52: Auch hier gibt es Bridge-Clubs.
00:09:54: für die meisten zum Beispiel ist Bridge ein unbekanntes Spiel, deshalb habe ich mich ein wenig schlau gemacht und stelle hier voran eine kurze Schilderung des Bridge-Spiels wie es in England der Dreißiger Jahre gespielt wurde.
00:10:09: Zunächst mal um das einzuordnen, Bridge hat gewisse Ähnlichkeiten mit Skat und Doppelkopf oder auch mit modernen Spielen wie zum Beispiel mit dem Kartenspiel Wizard aber es gibt auch ganz charakteristische Abweichungen.
00:10:25: Bridge wird zu viert gespielt und zwar in zwei Paaren.
00:10:29: Die beiden Partnerinnen eines Paares spielen zusammen, und zwar ohne sich verbal auszutauschen.
00:10:35: Ihre Kommunikation geschieht vor allem in der Phase des Reitzens im englischen Bidding.
00:10:42: Jedes Spiel teilt sich in vier Phasen geben – also Karten austeilen.
00:10:48: Bidding, mit dem Ergebnis eines Contracts spielen.
00:10:53: Da werden Stiche gesammelt und dann gibt es eine Wertung Punkte gezählt.
00:10:58: Dabei wird ein ganz normales Spiel mit zweiundfünfzig Karten verwendet ohne Joker Es kann eine Trumpfarbe geben oder es wird ohne Trümpfe gespielt – no Trump.
00:11:08: Das Bidding ist dabei wenn man so will das Herzstück.
00:11:12: Die vier Spieler bieten Reihe um, beginnend mit dem Geber.
00:11:16: Dieses Bidding ist eine Art stille Verständigung mit dem Partner – man teilt ihm durch die eigenen Gebote mit was man auf der Hand hält.
00:11:25: Ein Gebot besteht aus einer Zahl von eins bis sieben und einer Farbe.
00:11:30: Die Zahl bezeichnet die Anzahl der Stiche, wobei sechs immer gesetzt ist.
00:11:36: Also ein Gebot von zwei Herz heißt ich werde mindestens acht Stiche mit Herz als Trumpf machen.
00:11:43: Die Farben haben eine Rangfolge von niedrig nach Hochkreuz, Karo, Herz, Pieck und ohne Trumpf.
00:11:51: also no Trump.
00:11:52: Jedes neue Gebot muss das Vorherige übertreffen.
00:11:56: Es gibt einige Sonderfälle, also zum Beispiel passen.
00:11:58: Man verzichtet auf ein Geburt oder man gibt Contra Englisch Double.
00:12:03: Man zweifelt das gegnerische Gebot an und die Punkte werden dann später verdoppelt.
00:12:08: Oder Rekontra englisch Redouble.
00:12:12: Das ist die Antwort auf einen Contra und das führt zu einer nochmaligen Verdopplung.
00:12:17: Das Bidding des Reizen endet wenn drei Spieler hinterher ich passe sagen.
00:12:25: zum Kontrakt.
00:12:26: Das Paar aus dem das höchste Gebot gekommen ist, ist an den Kontakt gebunden.
00:12:32: Die anderen beiden müssen verhindern dass der Kontakt erreicht wird.
00:12:38: Derjenige mit dem Höchsten Gebot, der oder die als zuerst die Trumpffarbe des Kontrags geboten hat wird zum Alleinspieler, die Clara.
00:12:51: der oder die das höchste Gebot abgegeben hat, sondern es kann eben genauso gut dessen Partnerin sein.
00:13:01: Der Declara spielt und die Partnerin oder der Partner, der Strohmann oder Dummy legt nach dem ersten Ausspiel seinen Blatt offen auf den Tisch und hat dann erstmal frei.
00:13:13: Der Alleinspieler spielt beide Hände und der Strohmann hat nichts zu tun, kann durch das Zimmer gehen oder den Gastgeber ermorden wie man eben möchte.
00:13:22: Im eigentlichen Spiel werden dreizehn Runden gespielt, so viele wie jede Person eben Karten auf der Hand hat.
00:13:28: In jeder legt jede Person eine Karte aus.
00:13:32: Der Spieler links vom Alleinspieler beginnt mit dem Ausspiel.
00:13:35: danach legt er Strom an sein Blatt offen auf den Tisch und so weiter.
00:13:39: Der Alleinspieler spielt alleine für den Dummy weiter.
00:13:45: Jeder Stich hat Regeln.
00:13:46: Der erste Spieler legt eine Karte aus.
00:13:48: Alle anderen müssen, wenn möglich in der gleichen Farbe bedienen.
00:13:52: Wer die Farbe nicht hat darf eine beliebige Karte legen oder trumpfen.
00:13:56: Wenn er seinen Trumpf gibt Er den Stich gewinnt die höchste Karte der angespielten Farbe Oder falls getrumpft wurde Die höchst Trumpfkarte.
00:14:04: Und wer dann den stich gewent beginnt führt beim nächsten Stich.
00:14:10: Der Alleinspieler muss mindestens so viele Stiche machen wie im Kontrakt versprochen.
00:14:14: Zwölf Stiche nennt man Small Slam, alle dreizehn Grand Slam.
00:14:20: Im Deutschen die etwas seltsamen Bezeichnungen Klein oder Großschlamm.
00:14:25: In den Dreißigern wird Bridge meistens als Rubber Bridge gespielt, deshalb immer die Bezeichnung erster Rubber, zweiter Rubber und so weiter.
00:14:33: Jeder Rubber wird auf zwei gewonnene Spiele gespielt.
00:14:37: Ein paar gewinnt ein Spiel wenn es mindestens hundert Punkte unter dem Strich sammelt.
00:14:42: Dafür zählen nur die Punkte aus den gewonnenen Kontrakten, keine Strafpunkte der gegnerischen Seite und auch nicht die Punkte über dem Kontakt.
00:14:49: Die zähl natürlich schon was aber eben nicht dafür ob man ein Spiel gewinnt.
00:14:53: Das Paar das zuerst zwei Spiele gewinnte gewinnten Rubber.
00:14:56: Es gibt Boney, ähm das spielt eine Rolle in diesem Spiel nämlich für einen Small Slam, fünfhundert Punkte und für einen Grand Slam tausend Punkte.
00:15:06: Wenn man Vulnerable ist, also bereits ein Spiel gewonnen hat erhöht sich das auf siebenhundertfünfzig beziehungsweise tausend Fünfhundert Punkte.
00:15:14: Wenn man den Kontrakt nicht schafft dann zahlt man pro fehlenden Stich fünfzig bis hundert Punkte an die Gegner – das sind dann die Strafpunkte.
00:15:24: Wichtig ist auch im England der Dreißiger die Haltung!
00:15:27: Man spielt nämlich schweigend.
00:15:29: es werden keine Kommentare zu Karten abgegeben weder zu Katen des Partners noch der Gegner.
00:15:34: Auch nicht nonverbal….
00:15:36: Übermäßiges Zögern gilt als Unfeind, da man damit der Partnerin unabsichtlich Informationen geben kann.
00:15:44: Ebenso Unfeing gilt Kritik an einem verlorenen Stich auch nur angedeutet.
00:15:49: Das passiert ja auch so.
00:15:51: In keiner der drei Mitspielenden der zweiten Partie kritisiert, dass Mrs.
00:15:56: Oliver sehr impulsiv spielt und damit gelegentlich ihrem mitspielenem Partner schadet – es wird aber sehr positiv angemerkt, dass sie eine gute Verliererin ist.
00:16:06: Das Setting ist im Grunde ganz klar und ohne Spielräume.
00:16:11: Fünf Personen in einem Raum die sich prinzipiell immer im Blick haben könnten.
00:16:17: Eine davon wird ermordet und es ist keine andere Person in diesen Raum gekommen währenddessen.
00:16:22: Wie gesagt, in ihrem Vorwort macht Agatha Christie klar – es gibt keine Tricks, keine Geheimgänge, keine weiteren Personenverkleidung etc.
00:16:31: Auch die Mordwaffe befindet sich in diesem Raum ein langes elegantes Delett mit einem Juwel als Griff das auf einem der Tische im Raum als Ausstellungsstück liegt.
00:16:44: Keine der verdächtigen Personen weiß das zuvor und so kann es auch kein lang geplanter Mord sein.
00:16:52: Die stuldige Person sieht die Waffe, ergreift die Gelegenheit, sticht zu und dann muss ermittelt
00:16:58: werden.".
00:16:59: Der Tatort ist die Wohnung des reichen Mr.
00:17:01: Shaitana.
00:17:02: Mr.
00:17:05: Sammelt Kunstgegenstände, zum Beispiel Schnupftapaktosen.
00:17:09: Aber vor allem in seinen eigenen Worten sammelt er auch Mörder und zwar Erstklassige nämlich diejenigen, die nicht erwischt worden sind – und auch nicht unter Verdacht stand.
00:17:19: Warum hat das tut?
00:17:21: Er tut es offensichtlich nicht um sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen obwohl das gelegentlich vermutet wird.
00:17:28: Er tut ist auch nicht um Sie mit diesem Wissen zu erpressen.
00:17:31: Er hat genug Geld Und er braucht das nicht.
00:17:34: Er tut es zunächst, weil für ihn Mord eine Kunstform ist und erfolgreiche, sprich unentdeckte Morde die Gipfel der Kunstfertigkeit.
00:17:44: Außerdem gibt es ihm offenbar ein Gefühl von Macht die tiefsten Geheimnisse anderer Menschen zu wissen.
00:17:51: Und sicherzustellen, dass sie wissen das er es weiß.
00:17:55: Senname Shaitana erinnert an Satan und ist auch nicht zufällig.
00:17:59: Er hat einmal in einem Kostümwettbewerb gewonnen indem er als Mephistopheles der Teufel aus Goethes Faust teilnimmt aber musste sich nicht einmal groß verkleiden.
00:18:11: Er genießt es, dass Menschen vor ihm Angst haben oder zumindest sagt man ihnen das nach.
00:18:17: Poro sagt an einer Stelle das Problem bei ihm sei, dass er den Teufel spiele ohne der Teufl zu sein.
00:18:24: An einer Stelle ganz am Anfang kommt ein wenig Bitterkeit durch wenn er zu Porro sagte habe eine erfolgreiche Party gegeben und der Erfolg sei gewesen sei darin bestanden dass man von ihm Notiz genommen haben.
00:18:37: Er ist eben ein Fremder, er bleibt ein Femder und vor allem Major des Paar findet an einer Stelle grausame rassistische und sexistische Worte für ihn.
00:19:06: An diesem Abend am Abend des Mords lädt Mr.
00:19:09: Scheitane acht Personen zum Dinner – und anschließend zum Bridge.
00:19:14: Vier davon bekämpfen in der Realität oder in der Fiktion Verbrecher Die vier anderen aber sind Mörderinnen und Mördern.
00:19:23: Das behauptet Mr.
00:19:25: Shaitana, das behauptete auch Agatha Christie in ihrem Vorwort, aber man muss einschränken sagen – zumindest in einem Fall ist es sehr zweifelhaft!
00:19:35: Nicht jeden Fall bekommen wir dafür Beweise zu sehen, aber wir bekommen doch immer eine Ahnung was es gewesen sein könnte….
00:19:43: Da ist Dr.
00:19:44: Roberts, ein Arzt mit gutgehender Praxis im mittleren Alter, stets gut gelaunt, im Bridged raufgängerische und auch sonst niemand der um Worte verlegen
00:19:52: ist.".
00:19:53: Dann Mrs.
00:19:55: Lorimer – eine ältere elegante Frau Anfang sechzig die sich ihren Lebensunterhalter damit verdient, Bridged zu spielen.
00:20:02: Eine hervorragende Spielerin starke moralische Grundsätze erinnert ein wenig an eine Schuldirektorin Anne Meredith, eine junge mittellose Frau die gemeinsam mit einer Freundin in einem Cottage wohnt das nicht sie bezahlt sondern die Freundin.
00:20:40: bei seinem ersten Auftreten.
00:20:42: Das ist ein Typ, der bei Agatha Christie immer wieder mal vorkommt und bei dem er nie so genau weiß ob sie ihn nun sympathisch findet oder nicht.
00:20:51: Weder ihr Erster, der noch eher, noch ihr zweiter Ehemann entsprechen diesen Klischee – und sie behandelt diese Männer mit einer gewissen Ironie.
00:21:01: Allerdings wird der Major im Verlauf des Romanens deutlich angenehmer und menschlicher.
00:21:05: Und es wird mehrfach betont, dass er von den Einheimischen dort wo er gerade unterwegs ist geachtet und geschätzt wird.
00:21:13: An einer zunächst etwas irritierenden Stelle wird er übrigens mehrfach als White Man bezeichnet was als Kompliment gedacht ist.
00:21:22: Das habe ich dann zumindest einmal als Beleg für einen latenten Rassismus bei Ärgerfer Christie zitiert gefunden.
00:21:28: wenn White Man jetzt ein Kompliment ist.
00:21:32: Der Kontext macht allerdings deutlich, dass es dabei nicht um die Hautfarbe geht sondern eher um eine von der Herkunft oder Hautfarber unabhängige Charaktereigenschaft.
00:21:43: Weit kann eben im Englischen auch für moralisch gut stehen.
00:21:47: Die deutsche Übersetzung benutzt an diesen Stellen den Ausdruck recht schaffner Mann und das trifft ganz gut.
00:21:56: Diese vier sitzen nun in einem Raum um den Bridge-Tisch und etwas abseits am Feuer sitzt ihr Gastgeber Mr.
00:22:03: Shaitana, in einem gemütlichen Sessel beobachtet sie oder düst ein wenig ein.
00:22:11: Niemand von den SpielerInnen hat von ihrem oder seinem Platz aus direkten Blick auf ihn aber alle stehen Sie während des Spiels wenn sie eben Stromern, Dummy sind mindestens einmal auf.
00:22:23: Aber wie Dr.
00:22:24: Roberts anmerkt, die Spiel am Tisch konzentrieren sich auf das Spiel und der Stroman kann den Mord nicht sehen weil er halt selber der Mörder ist oder die Mörderin.
00:22:35: Mördern oder Mörders gehen also ein gewisses Risiko ein aber kein Allzu Großes denn der Mord selbst ist eine Sache von Sekunden und der Kopf des Dillets ist kaum zu sehen.
00:22:47: In einem anderen Raum aber ohne Sichtkontakt spielt die zweite Gästegruppe an einem eigenen Tisch ihr eigenes Spiel.
00:22:55: Als diese Gruppe aufbrechen will, die erste Gruppe spielt noch entdeckt Colonel Ray's den Mord und die Ermittlungen beginnen sofort.
00:23:03: Es ist eigentlich alles vorhanden Tatzeit, Tatwaffe Täterin oder Täter auch das Motiv.
00:23:09: Aber wer war es denn nun wirklich?
00:23:11: Ein sehr vertragtes Puzzle aber sehr elegant serviert und aufgelöst Wenn man so will beginnen nun gleich fünf Ermittlungen, wobei die erste eigentlich ja die wichtigste Ermittlung, wer hat Mr.
00:23:23: Schaitan ermordet?
00:23:25: zunächst eher in den Hintergrund tritt Denn dort will sich kein rechter Fortschritt einstellen.
00:23:31: alle hatten die Gelegenheit Alle einen Motiv alle hätten an die Tatwaffe kommen können Aber alle waren sie auch von diesem verflicksten Britspiel abgelenkt und haben einfach nicht hingeschaut.
00:23:44: viel wichtiger und sie werden dann auch letztlich den Durchbruch bringen, sind die Ermittlungen dazu welche Morde die Verdächtigen in der Vergangenheit begangen haben könnten.
00:23:54: Dass Sie alle einen Mord begangen oder zumindest einen Menschen getötet haben stellt Agatha Christie in ihrem Vorwort klar.
00:24:02: aber welchen.
00:24:03: Wir haben also anders als in den aller allermeisten anderen Romanen der Autorin vier Verdächte, die einander nicht
00:24:11: kennen.".
00:24:12: keine dysfunktionale Familie, keinen Arbeitsplatz an dem man sich häufig sieht.
00:24:18: Für Personen zwischen denen es in der Vergangenheit keinerlei Verbindung gab.
00:24:23: Eigentlich auch keinerlei Verbindungen zu Mr.
00:24:26: Schaitana außer dass er etwas von ihnen weiß was gefährlich werden könnte für sie.
00:24:33: Porro ermittelt selten allein.
00:24:35: Hier ist er gleich Teil eines Vierer-Teams und auch wenn Porro natürlich am Ende die Lösung findet, so bekommen die anderen drei doch ebenfalls ihre Showtime und ihre Ermittlungserfolge.
00:24:46: Und alle drei sind auf ihrer Weise Serienfiguren, die in mindestens vier Romanen der Autorin wichtige Rollen spielen.
00:24:54: Am wenigsten Bühnenzeit hat – also meistens im Hintergrund hält sich Colonel Raze Ein ranghohes Mitglied des englischen Geheimdienstes.
00:25:04: Was er da genau macht, erfahren wir nicht aber naja ist eben geheimdienst.
00:25:09: Er ist eigentlich schon fast ein Klischee-Geheimdientler – Wortkarg, braungebrannt durchtrainiert und in allen Teilen das British Empire unterwegs.
00:25:19: und irgendwie bin ich mit ihm nie so richtig warm geworden.
00:25:23: Agatha Christie stellt diese schweigsamen Helden oft sehr plakativ als Klischees dar Und doch werden sie von vielen ihrer Frauen gestalten, bewundert und verehrt.
00:25:34: Auf der anderen Seite sind sie nie so richtig im Mittelpunkt, bleiben oft nur beeindruckende Fassade.
00:25:40: Das trifft für Kern Arrays hier zu – es trifft nicht ganz so für Major Disparzu.
00:25:45: Äcker für Christie, die jedoch im Empire groß geworden und viel in ihm unterwegs ist, gibt dem kolonialen England nie die Kontrolle über die Handlung.
00:25:54: Sie ist in ihm Zuhause und gleichermaßen fremdelt sie.
00:25:57: Sie ist sicher keine lautstarke Kritikerin, aber in ihren Werken schwingt immer ein Unbehagen mit diesen Zuständen mit.
00:26:06: Zum ersten Mal sind wir Colonel Rayes im südlichen Afrika begegnet in The Man and the Brown Suit.
00:26:17: Race ist in diesem Roman sowohl in den Kriminalfall persönlich verwickelt als auch Ermittler, wenn nur in der zweiten Reihe und als Backup für End-Badding fällt.
00:26:27: Dann begleitet er Poirot als Sidekick im Cards on the Table und in Death On The Nile ein Jahr später und ermittelt selbstständig ins Bargling Sire Night.
00:26:37: das nünftonvierzig erscheint Steht Colonel Ray's für den Geheimdienst und auch ein wenig für die fragwürdige moralische Engsternigkeit der Kolonialisten, so steht Superintendent Battle von New Scotland Yard für die durch-und-durchbretische gründliche Gesetzestreuerpolizeiarbeit.
00:26:55: Gleich mehrfach wird sein Aussehen mit Holz verglichen – es scheint nicht besonders intelligent auszusehen was dann allerdings zu fatalen Fehleinschätzungen der Befragten führen kann!
00:27:07: Sowohl in seiner Charakterzeichnung als auch in den Schilderungen seiner Arbeit erinnert er deutlich an die Polizeidetektive der Kriminalliteratur zwischen den Weltkriegen, etwa an Inspector French von Freeman Will's Crofts.
00:27:20: Natürlich ist Porro der Star in diesem Roman, aber er arbeitet eng und sehr kollegial mit Battle zusammen.
00:27:27: Gegen Ende des Buchs im neunzwanzigsten Kapitel gibt es eine ganz kleine, aber ziemlich humorvolle Szene als Porro und Battle gemeinsam an einer Tür klingeln und die Haus angestellte – nicht ganz schlauwert aus diesen seltsamen Paar!
00:27:42: Ein kleiner fremdländischer Mann mit prachtvollem Schnurrbad.
00:27:49: And I wonder, denkt sie sich.
00:27:51: Who you two may be can't place you somehow?
00:27:55: Und ich frage mich – wer ihr zwei sein mögt!
00:27:58: Ich kann euch irgendwie nicht
00:28:00: einordnen.".
00:28:01: Battle wirkt als Polizist stimmiger als Inspector-Chapter.
00:28:07: Der gute Chab ist ja noch ein Überbleibsel der älteren Kriminalromane vom Schlag eines Sherlock Holmes, wo die Polizisten Witzfiguren sind, die nichts auf die Reihe bekommen und auf die Hilfe der Amateure angewiesen sind.
00:28:21: Inspector Battle arbeitet nur in diesem Roman mit Poro zusammen – ansonsten hat er ganz formidable Solo-Auftritte in den beiden krimi-spionage Abenteuerroman The Secreted Gymnase und The Seven Dalles Mystery von der Ermittler-Partnerschaft von R.Culporeau und Ariadne Oliver.
00:29:00: Mrs.
00:29:01: Oliver, einem Ehemann begegnet wir übrigens nie, taucht zunächst neunzezweiunddreißig auf als eine der freien Mitarbeitenden von Parker Payne – eine Bestsellerautorin noch keine Kriminalschriftstellerin die eine Art Drehbücher schreibt für Parker Paynes aufwendige Charaden mit denen er unglückliche Menschen glücklich macht.
00:29:22: Und so wie dessen Sekretärin Miss Lemon überlebt sie den literarischen Kosmos des Parker Pine, in dem sie einfach in den von Erkühl Porro überwechselt.
00:29:34: Nach Cards on the Table begegnet sich uns erst zu zweieinfünfzig wieder in Mrs McGinty's Dead und ist dann auch Sidekick von Porro in Deadman's Folly, neunze sechsenfünftig, Third Girl, neune sechsichzig, Halloween Party, neunsechzig... und Elefants Can Remember.
00:29:57: Da zwischen ermittelt, wenn man das so nennen kann sie Ohne Poro in The Pale Horse.
00:30:05: Misses Oliver bringt einen kräftigen Schuss selbst Ironie in diese Romane und auch immer ein ironischen Blick der Autorin auf sich selbst.
00:30:15: Sie geht sehr gelassen mit ihrem eigenen Werk um, von dem wie sie selbst der Meinung ist, dass es literarisch nichts Besonderes ist und nur dazu dient Menschen zu unterhalten was ja auch ein Wert für sich ist.
00:30:27: Sicherlich jetzt das eine oder andere Ecker für Christi selbst in dieser schrulligen Autorin.
00:30:31: Ihre leidenschaftliche Liebe zur Äpfeln etwa beide können sie in riesigen Mengen verspeisen und hinterlassen Spur von Apfelresten.
00:30:41: Beide leiden ein wenig unter ihren ausländischen Meisterdetektiven, Agatha Christie unter dem belgischen Equil Porot und Ariadne Oliver unter dem Finnen Sven Jersson.
00:30:53: Der ist ein Finnlands Schwede mit einer Vorliebe vor Rohkost- und Eisbaden und Ariatne Oliver bezeichnet ihn als einen ihrer wenigen Fehler weil sie von Finnland so gar keine Ahnung hat.
00:31:06: Das öhntet ihr aber nicht daran, eine lange Reihe von unglaublich erfolgreichen Romanen mit ihm zu schreiben.
00:31:12: Sven Jörgson hat übrigens in dem Jahr auch einen eigenen Deutsch-Britishwedische Miniserie bekommen, in der er vier Folgen ermittelt.
00:31:23: Agatha Christie hat selbst bestätigt, dass es gewisse Ähnlichkeiten zwischen Ariadne Oliver und ihr selbst gibt – aber das sollte nicht überbewertet werden!
00:31:32: Christie benutzt Mrs.
00:31:33: Oliver als Projektionsfläche für Einzelne ihre eigenen Eigenarten wie die Apfelleidenschaft oder das Unbehagen, dass sie auf Presseveranstaltungen für sie selbst blagt.
00:31:46: Sie karikiert in Mrs.
00:31:47: Oliva gelegentlich die Skurrilitäten des Literaturbetriebs aber sie benutzt sie auch um Humor und unkonventionelle Ermittlungsmethoden in ihr Romane einzuschleusen.
00:31:58: und gelegentlich stößt Mrs.
00:32:00: Oliver ganz zufällig auf wichtige Indizien, ohne das selbst zu merken.
00:32:04: Insofern hat sie eine ähnliche Rolle wie Captain Hastings aber deutlich überspitzt da was es in meinen Augen auch ein gutes Stück angenehmer macht weil es einfach mehr Humor dran ist.
00:32:17: Wieder einmal zeigt sich das Ärger für Christi Anleihen aus der realen Welt und sei es auch ihre eigene Person nur als Startpunkte für ihre eigene Fantasie nimmt.
00:32:28: Es ist ein riskantes Unterfangen, den Charakter der Autorin anhand ihres Werkes zu erschließen.
00:32:34: Und es ist kein Zufall – dass Lucy Worsley's Biografie denn unter Titel A Very Illusive Woman trägt eine sehr ungreifbare Frau.
00:33:05: Letztlich aber ist das Poros Glanzleistung die der Wahrheit auf die Spur kommt.
00:33:09: Es gibt keine wirklichen Beweise, aber darauf wird kein Wert gelegt.
00:33:13: Es wird zwar direkt nach dem Mord gesagt, dass die Spurensicherungen namentlich auch ein Fingerabdruck-Experte am Tadeort war.
00:33:20: Aber deren Ergebnisse spielen überhaupt keine Rolle im weiteren Verlauf.
00:33:24: Das ist nicht schlimm – weil am Ende ein Geständnis steht, weil Pyrometrix arbeitet und weil es nicht um die realistische Darstellung von Ermittlungsarbeit geht.
00:33:34: Es ist letztlich ein Spiel!
00:33:35: Aber ein Ernstes?
00:33:36: Weil es um ein ernstes Thema geht… Die Macht von Menschen über andere und die Begrenzung dieser Macht.
00:33:43: In Karzone Table geht es vor allem um Morde, das ist nicht wirklich überraschend für ein Kriminal-Roman, aber hier wird die ganze Palette der Aspekte gestreift, die damit zusammenhängen können oder irgendwann bei Agatha Christie damit zusammenhängen.
00:33:58: Zum Beispiel Warum Morden Menschen?
00:34:01: Angst, Gehe, Liebe, Eifersucht, Karriere – Die Morde die in diesem Roman beschrieben werden gleich in dieser Hinsicht einander kaum, in Anderer auch nicht!
00:34:10: Oder wie morden Menschen?
00:34:12: Und ändert sich das.
00:34:14: Inwiefern kann man von ihrer Gesamtpersönlichkeit darauf schließen, ob sie bestimmte Morde verüben oder eben auch nicht?
00:34:21: Welche Auswirkungen hat ein ungeklärter Mord auf die Unschuldigverdächtigen?
00:34:25: ein ganz ganz ganz häufiges Thema bei Agatha Christie?
00:34:30: Oder sind manche Morde gerechtfertigt und wer bestimmt das?
00:34:36: Sind Morde und deren Aufklärung ein Spiel?
00:34:39: Ist Mord vielleicht auch eine Kunst?
00:34:41: Diese Einschätzung bezahlt Mr.
00:34:43: Shaitana mit dem Leben.
00:34:46: Welchen Einfluss schließlich hat ein Mord auf die Täterin oder den Täter?
00:34:50: Agatha Christie ist sich sicher, dass Mord den Charakter verändert weil der Mensch in dem er bestimmt ob ein anderer Menschen lebenswürdig ist oder nicht, sich an die Stelle Gottes stellt und das verdirbt Menschen.
00:35:03: Mord wird zur Gewohnheit.
00:35:04: Interessanterweise wird nach Poros Aussage Mr.
00:35:08: Shaitana zum Verhängnis, dass er der Teufel sein will und das ihm ebenso wenig gelingt.
00:35:14: Hier haben wir also ein klares Votum dafür, dass Menschen bei ihrer Menschlichkeit bleiben sollten und weder im Guten noch im Bösen über natürliche Kompetenzen anstreben
00:35:25: sollten.".
00:35:27: Durch den Roman wie durch fast alle von Agatha Christie's Werken zieht sich Poros nach eigenen Worten bourgeoiser Haltung gegenüber Morden.
00:35:36: Mord ist ein Verbrechen, das nicht ungesöhnt bleiben kann egal was die Motive sind.
00:35:43: und ohne zu spoilern kann man sagen keiner der Morde in diesem Buch bleibt ungesynt.
00:35:49: Unter der Oberfläche ist hier auch wieder der gesellschaftliche Aspekt sehr stark.
00:35:53: Nicht gesellschaftskritisch, das ist nicht Agatha Christie Sache sondern gesellschaftsbeschreibend und das finde ich immer wieder beeindruckend wie sie das macht obwohl sie doch eigentlich völlig unrealistische Settings und Handlungen beschreibt.
00:36:09: es ist alles ganz Märchenhaft bei ihr in einem gewissen Sinne trotzdem ziemlich real.
00:36:17: Hier betrifft es wieder die Rolle der Frauen in einer sich verändernden Gesellschaft, in der sie immer noch an deutlich stärkere Zwänge gebunden sind als die Männer.
00:36:26: Und folgerichtig sind die Frauengestalten wieder viel interessanter als die Männer gestalten.
00:36:31: Der interessanteste männliche Charakter ist ebenfalls ein Außenseiter aufgrund seiner Herkunft und seines Auftretens, das eben den Geschlechtsstereotypen seiner Zeit überhaupt nicht
00:36:43: entspricht.".
00:36:44: Auf der Oberfläche passiert in diesem Roman nicht viel.
00:36:48: Es gibt keine großartigen Action-Szenen, wenn man mal von einer kurzen Szene ganz am Schluss absieht und die auch wird nur mehr nebenher gestreift.
00:36:57: Wie üblich bei der Autorin ist das ein sehr dialoglastiges Buch Und wie meistens sind die Dialoge hervorragend und durchaus differenziert.
00:37:06: Trotzdem ist das erzählerische Tempo zügig.
00:37:09: Es gibt keine Füllsel, die Ortswechsel geschehen schnell und es werden nicht mehr Worte gemacht als notwendig.
00:37:16: Dabei ist die Struktur gradliniger als bei den beiden anderen Romanen von neunzehntsechsten dreißig – was keine Wertung in irgendeine Richtung beinhaltet.
00:37:24: Dadurch dass eigentlich mehrere voneinander unabhängige Morde aufgerollt werden könnte alles sehr kompliziert sein.
00:37:33: Das ist es aber nicht!
00:37:35: weil es eben sehr ökonomisch geschrieben und beschrieben wird.
00:37:39: Da hatte ich mehr Schwierigkeiten beim Murder in Mesopotamia, weil das eben mehr Verdächtige gab die nicht ganz so leicht zu unterscheiden waren wie hier auch wenn sie es da großartig gemacht hat aber es war ein wenig schwieriger zu folgen.
00:37:53: Hier war das überhaupt gar kein Problem.
00:37:54: Trotzdem ist ausreichend Raum für Zwischentöne und auch für den typischen trockenen Christie-Humor.
00:38:00: fast zuletzt noch einige Sätze zu den Mordmethoden.
00:38:04: Die Vielzahl der Morde bedingt auch eine große Bandbreite, der Mittel diese Tode herbeizuführt und auch wenn Ariadne Oliver eindrücklich darauf hinweist dass die Mordlöster in einer Leserinnenschaft sich nach unbekannten, unidentifizierbaren Giften sehne, die über das schon traditionelle indigene Pfallgift Kurare hinausgeht.
00:38:24: sie bekommt keine unbekannten Gifte aber doch zwei die origineller sind.
00:38:31: Zum einen wagt sich Agatha Christie hier einmal auf das Gebiet der organischen Gifte konkret Bakterien, zum anderen führt sie ein Gift ein, dass selten wenig verlässlich und gerade deshalb sehr passend ist – Hutfarbe.
00:38:46: Zunächst die Bakterie, genauer Antrags.
00:38:49: Antrags bzw.
00:38:50: Milz-Brandt ist eine der uralten Geiseln der Menschheit.
00:38:54: Sie befällt vor allem Vieh, aber durch das Vieh auch Menschen und kann für Menschen tödlich sein wenn sie mit den Sporen in Berührung kommen.
00:39:02: Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist dagegen unbekannt.
00:39:05: Der Erreger erzeugt ein hochgiftiges Toxin dass meist auf Haut oder Schleim heute geht.
00:39:11: Die Spuren können sogar Jahrhunderte überleben und das macht es so gefährlich.
00:39:16: Und seit Fünfzehn gab es in Großbritannien mehrere Fälle, in denen sich Männer mit Milzbrand verseuchten Rasierpinseln aus China identifiziert hatten.
00:39:26: Also irgendwelche billigware die dann eben damit in Berührung kam.
00:39:32: und so starb ein Mann der sich allerdings außerdem noch beim rasieren geschnitten hatte.
00:39:37: Der Erreger ist so hochgiftig, dass er schon im Mittelalter in einer Art biologischer Kriegsführung eingesetzt wurde und in dem Kadaver verseuchter Tiere über die feindlichen Linien geworfen wurden.
00:39:47: Im Zweiten Weltkrieg experimentierte die britische Armee auf der schottischen Insel Greenart mit Antragsbomben, genauer verseuchten leinsamen Kuchen die dann von Schafen gefressen wurden.
00:40:00: Dadurch eine Vielzahl von Scharfen infiziert wurden und man hatte den Plan mit der Operation Vegetarian auf diese Weise die deutsche Viehwirtschaft entscheidend zu treffen.
00:40:14: Diese Operation Vegetarians ist letztlich nie durchgeführt worden.
00:40:17: Die winzige Insel in Schottland aber war für Sperrgebiet bis nach einem massiven Formal der Hütteinsatzen also wieder für bewohnbar erklärt wurde.
00:40:26: Das finde ich schon ziemlich heftig und zeigt, wie gefährlich diese Bakterien waren uns sind.
00:40:33: In diesem Roman als in Karlsruhe Tabel macht der Mörder sich die Erinnerung an den Nr.
00:40:46: Mir war zunächst gar nicht bewusst, dass es so etwas überhaupt gibt beziehungsweise gab.
00:40:51: Aber Hutfarbe war zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts für viele Frauen sehr wichtig.
00:40:56: Denn Hüte waren sehr teuer und die Mode wechselte schnell.
00:41:00: Und so griffen viele Frauen, die sich in der heiße Seite bewegten aber eigentlich nicht die Mittel dafür hatten – zum Beispiel die junge Ärgerverkristi selbst – zu einem Trick!
00:41:09: Sie kauften keinen neuen Hut sondern verpassten dem Alten einfach eine neue modernere Farbe eben durch Hutfarbe.
00:41:19: In den Dreißigern war die Hutfarbe eigentlich schon auf dem Rückzug, weil Hüte deutlich billiger wurden aber in sparsamen Haushalten war sie noch vorhanden.
00:41:26: Hutfarben bestand in hohem Maß aus Oxalsäure.
00:41:29: Gelegentlich war auch noch Etanol dabei.
00:41:32: Das ist auf der einen Seite sehr giftig wenn es eingenommen wird, schmeckt aber auf der anderen Seite auch sehr scheußlich so dass es ziemlich unwahrscheinlich wird das es in hohen Mengen aufgenommen.
00:41:44: Insofern war es für die Mörderin in Karzone Table eine Risikohutfarbe zu benutzen.
00:41:49: So konnte ja gut sein, dass das Opfer überlebte.
00:41:53: Aber es passt gut zum Kontext ein schnell greifbares Gift – Die Einnahme würde mit ziemlicher Sicherheit auf einen Unfall zurückgeführt werden und die Wahrscheinlichkeit, Spannend des Gifffes eigentlich für Christie später noch einmal einsetzen wird, nur wenige Jahre später.
00:42:20: Zum Fazit!
00:42:21: Mir hat Karlsruhe und The Table sehr gut gefallen.
00:42:24: Es ist weniger spektakulär als die beiden Vorgänger-Bänder aber aufmerksam und elegant konstruiert.
00:42:31: Das am Anfang angekündigte Thema Psychologie von Mördern ist konsequent und kreativ umgesetzt – es ist spannend?
00:42:39: Hat bei aller Dialoglastigkeit ein hohes Tempo und interessante Charaktere.
00:42:44: Allerdings kommen diese Qualitäten auch langsam zum Tragen.
00:42:49: Das Buch gewinnt, finde ich zumindest bei den zweiten und dritten Lesen deutlich.
00:42:54: Eine besondere heute in diesem Land leider nicht mehr so zugängliche Qualität ist die Integration des titelgebenden Kartenspiels Brech.
00:43:04: Ein starkes Buch!
00:43:05: Ein starker Abschluss eines starken Jahres, eines Jahres in dem sich Agatha Christie rein auf Porro fokussiert.
00:43:12: Dass er so gut und vor allem auch so vielfältig funktioniert, das straft ein wenig diejenigen Lügen, die immer behaupten dass Agatha Christy ihren Detektiv damals schon gründlich leid hatte.
00:43:23: Vielleicht stimmt es ja, vielleicht war's aber auch andersrum.
00:43:26: Vielleicht wusstest du sie, dass sie es nur noch länger mit Poro aushalten würde wenn sie ihm keine Ruhe gönnte und in Bewegung hielte also kreativ mit dieser Gestalt umginge Und das macht sie auf beeindruckende Weise ohne die Figur tatsächlich selbst deutlich zu verändern.
00:43:46: er bleibt ja akkühl poro Aber alles was mit ihm durch ihn passiert ändert sich eben.
00:43:54: In der nächsten Folge bleiben wir noch bei Cards on the Table.
00:43:57: Ich werfe einen Blick auf die schuldigen Personen und auf die Indizien, mal schauen wohin uns das führt.
00:44:05: Bis dahin danke fürs Zuhören bei dieser nicht ganz kurzen Folge und alles Gute!